Gästebuch-Einträge

Familie Schütz
HALLO LIEBE FREUNDE DER IG3 PLUS

WIR WOLLTEN EINFACH MAL EIN GROSSES DANKE AUSSPRECHEN.
ALLL DEN...
Mittwoch, 14. Mai 2014
Julia
Juhuu, s'dritte isch bi mir unterwegs. Total spannend vo eu z'lese!

Liebs Grüessli,
Ju...
Dienstag, 11. März 2014
von der Decken Rahel
Wir sind eine Grossfamilie mit 5 Kindern und einem Haufen Haustieren dazu und suchen dringend ein gu...
Samstag, 04. Januar 2014
 
Abenteuer Grossfamilie PDF Drucken E-Mail

Immer mehr Schweizer Eltern haben drei und mehr Kinder - und geniessen die Geborgenheit
häuslicher Gemeinschaft. Vier Paare erzählen, was sie dazu bewogen hat, sich ins Abenteuer
Grossfamilie zu stürzen.

Familie Bütler aus Zürich

Zuerst kam Aljoscha. Und Marc Caprez hielt es nicht für möglich, ein weiteres Kind so sehr zu
lieben wie dieses kleine Geschöpf. Doch dann kam Vasco. Und später kamen Pablo, Gion und
Anna. Die Zweifel waren verflogen.

Seit Aljoschas Geburt sind 15 Jahre vergangen. Mit jedem Tag faszinierte Marc Caprez das
Leben mit seiner Frau und den fünf Kindern mehr: «Es ist ein echtes Abenteuer zu erleben,
wie sich jedes meiner Kinder zu einer anderen, eigenständigen Persönlichkeit entwickelt.»

Mit ihrer Lust auf ein kinderreiches Abenteuer sind Marc und Jeanne Caprez nicht allein. Immer
mehr Eltern verwirklichen sich ihren Wunsch nach einer Grossfamilie. Das bedeutet nicht, dass
die Schweiz im Verlauf der nächsten Jahre von Kindern überbevölkert sein wird. Mit einer
Geburtenziffer von 1,52 Kindern pro Frau liegt sie nah am westeuropäischen Schnitt von 1,6
Kindern pro Frau.

Diese relativ tiefe Zahl rührt daher, dass sich Paare vermehrt entweder für nur eines oder gar
keine Kinder oder aber für viele Kinder entscheiden. So wagen seit den Neunzigerjahren immer
mehr Eltern den Schritt aus der klassischen Zwei-Kind-Familie zur Grossfamilie.

Sichere Insel in unsicherer Welt

Von 1990 bis zum Jahr 2000 war die Zahl der Eltern, die mit drei und mehr Kindern in einem
Haushaltleben, um rund zehn Prozent gestiegen. Aktuelle Zahlen zu den Familienhaushalten
stehen zwar noch aus, doch scheint sich der Trend fortzusetzen. Denn seit 2007 bekmmen
laut Bundesamt für Statistik immer mehr verheiratete Frauen ihr drittes Kind. «Die Familie liegt
den Menschen wieder stärker am Herzen als früher», sagt der Zürcher Soziologieprofessor
François Höpflinger.

Noch vor 30 Jahren standen sich viele selbst am nächsten und liessen es nur ungern zu, dass
andere über ihr Leben bestimmten. Deshalb vertagten sie die Familienplanung oder verzichteten
ganz darauf. Wer sich zu jener Zeit für eine Grossfamilie entschied, musste mit befremdlichen
Blicken rechnen, wenn er mit seiner Kinderschar am See spazieren ging. Das ist heute anders.

So fühlt sich die dreifache Mutter Kristina Brun keineswegs wie eine Exotin. «Eine grosse Familie
ist heute nichts Besonderes mehr, in meinem Umfeld haben die meisten Paare drei Kinder»,
sagt sie.

Nach dem starken Trend zu Individualität und Selbstverwirklichung zeichnet sich seit den

Neunzigerjahren ein Gegentrend ab. «Der moderne Mensch wünscht sich zunehmend
traditionelle Werte», sagt François Höpflinger. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten erkennen
viele, dass Geld allein nicht glücklich macht. «Stattdessen wünschen sie sich Emotionalität und
Intimität. Und die finden sie in der häuslichen Gemeinschaft.»

In einer Welt, in der Erdbeben ganze Länder erschüttern und Aktienkurse von einer Sekunde zur
nächsten ins Bodenlose sinken, sucher der Mensch nach verbindlichen Werten. «Die Familie dient
ihm als sichere Insel in einer unsicheren Welt»,sagt der Luzerner Zukunftsforscher Georges T.
Roos. Und für diese Insel sind sie bereit, tief ins Portemonnaie zu greifen. Rund eine halbe
Million Franken kostet ein Kind seine Eltern bis zum 20. Geburtstag. Teuer sind nicht nur die
grossen Anschaffungskosten nach der Geburt, sondern vor allem die Ausbildung und die Hobbys
des Teenagers. Je älter das Kind, desto mehr Geld kostet es.

Doch diese kalten Fakten sind schnell vergessen, wenn man das erste Baby im Arm hält.
Stattdessen wächst der Wunsch nach mehr: Nach dem ersten kommt das zweite, dann das
dritte und vielleicht sogar ein viertes Kind. Damit sind Herr und Frau Schweizer in bester
Gesellschaft.

Prominente Bilderbuchfamilien

Die Schönen und Reichen in Hollywood machen es vor: Fussballprofi David Beckham und seine
Frau Victoria erwarten im Sommer ihr viertes Kind. Das Schauspielerpaar Brad Pitt und Angelina
Jolie hat sechs Kinder. Und Topmodel Heidi Klum ist inzwischen Mutter von zwei Mädchen und
zwei Buben.

Diese prominenten Vorbilder werten das Muttersein auf. «Angelina Jolie oder Heidi Klum
verkörpern das Bild einer selbstbewussten, attraktiven Mutter, die trotz beruflichen Engagement
das Familienleben in vollen Zügen geniesst», sagt Soziologe Höpflinger. Das rege zum Nachmachen
an.

Prominente Bilderbuchfamilien können für normalsterbliche Paare ein Motor sein. Doch kopflos
stürzen die sich trotzdem nicht ins Abenteuer Grossfamilie. Eine dritte, vierte oder gar fünfte 
Schwangerschaft ist meist wohl überlegt. «Häufig sind es gut ausgebildete, wohlhabende Eltern,
die sich bewusst für ein weiteres Kind entscheiden», sagt François Höpflinger.

Oder dagegen. So schieben heute viele Frauen den Kinderwunsch zugunsten einer Ausbildung
auf. Zwischen 20 und 30 stecken sie alle Energie in die Karriere. Erst danach kommt das Baby. 
Bei der Geburt des ersten Kindes sind verheiratete Frauen in der Schweiz im Schnitt etwa 30
Jahre alt. 33 sind sie, wenn sie das dritte Kind gebären.

Wie eine biologische Verjüngungskur

Späte Schwangerschaften sind heute keine Seltenheit. Wünscht sich eine Frau zum Beispiel
noch einmal ein Baby, nachdem die ersten zwei Kinder bereits im Teenageralter sind, steht dem
meist nichts im Weg. Die Medizin hat Fortschritte gemacht. Heute ist eine Schwangerschaft auch
im Alter von 35 oder sogar

40 Jahren noch denkbar. Und die kann die Seele der reifen Mutter beflügeln. «Bekommt eine
Frau ihr drittes Kind mit 40, wirkt das manchmal wie eine biologische und geistige Verjüngungskur»,
sagt François Höpflinger.

Das ist nicht alles. Späte Schwangerschaften ermöglichen manchmal auch ein zweites Familienglück.
«Oft bekommen geschiedene Eheleute mit ihrem neuen Partner ein weiteres Kind», sagt
Zukunftsforscher Georges T. Roos. «So entstehen grosse Patchworkfamilien.»

Dabei empfinden Eltern die Geburt des dritten Kindes meist nicht als besonders einschneidende
Veränderung. «Der grösste Sprung ist der von keinem aufs erste Kind», sagt Käthi Kaufmann.
«Danach ändert sich nicht mehr viel: Den Aufwasch hat man auch mit zwei Kindern, und das dritte
geht einfach noch so mit.» Die Präsidentin der Interessengemeinschaft Familie 3plus (IG 3plus) hat
selber fünf Kinder. Einschneidend sei dafür der Sprung vom dritten aufs vierte Kind. «Dann wird es
teuer: Man braucht ein grösseres Auto, kann sich keine Ferien in entfernte Länder mehr leisten,
und die Kinder müssen sich ein Zimmer teilen.»

Das stellt die Beziehung auf eine grosse Probe. Das Leben als Paar rückt in den Hintergrund.
Manchmal findet es kaum mehr statt. Käthi Kaufmann hat in der IG 3plus mehr als einmal erlebt,
dass von einer gut funktionierenden Grossfamilie plötzlich nur noch eine alleinerziehende Mutter
mit fünf Kindern übrig blieb. «Gerade Väter brauchen eine hohe Frustrationstoleranz», sagt sie.
«Von ihnen wird erwartet, dass sie Geld anschleppen und zudem ständig präsent sind. Das
überfordert einige.»

Hohe Sozialkompetenz

Doch trotz aller Entbehrungen hält das Leben in einer Grossfamilie auch viele glückliche
Momente bereit. «Es ist immer lustig und unterhaltsam und nie langweilig», sagt Käthi
Kaufmann. «Dazu kommt, dass sich die Kinder schon früh eine hohe Sozialkompetenz
aneignen.»

Das wird auch weiterhin Väter und Mütter dazu bewegen, nach dem zweiten noch
weitere Kinder zu bekommen. Der Entscheid wird ihnen zudem leichter fallen, weil sich
auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten zwanzig Jahren verändert
haben. Das Angebot an Krippen- und Hortplätzen wurde ständig ausgebaut. Die Frau kann
also grundsätzlich weiterhin arbeiten, und die Familie muss nicht zwingend auf das
Einkommen der Mutter verzichten.

Zukunftsforscher Georges T. Roos geht davon aus, dass die Tagesstrukturen in Zukunft
sogar noch verbessert werden. Denn in den Führungspositionen der Unternehmen mangle
es vermehrt an Fachkräften. «Es braucht die gut ausgebildeten Frauen in der Wirtschaft.»
Wer sie einsetzen wolle, werde ihnen im Gegenzug ein gutes Betreuungsmodell für ihre
Kinder anbieten müssen. «Darum werden sich die Voraussetzungen für kinderreiche Familien
wohl verbessern, und der sanfte Trend zu drei und mehr Kindern wird sich fortsetzen.»


Familie Bütler aus Zürich
Franziska Bütler, 40, arbeitet zu 20 Prozent in ihrer eigenen Börse für
Schwangerschaftsbekleidung. Ihr Mann Philipp ist Softwareingenieur.
Zusammen haben sie vier Kinder: Noah, 11, Sämi, 8, Balz, 5, und Mascha, 1½.

Herr und Frau Bütler, warum haben Sie sich für ein drittes und ein viertes
Kind entschieden?
Wir haben schnell gewusst, dass wir mehr als zwei Kinder haben wollen.
Nach dem dritten Kind fühlte sich das Ganze immer noch irgendwie unausgeglichen
an: Einer von uns kümmerte sich um zwei Kinder, während der andere nur
eines hatte. Also haben wir hin und her überlegt. Und irgendwann kamen
wir zum Schluss, dass das Herz entscheiden soll. Dann kam Mascha.

Inwiefern empfinden Sie das Leben mit vier Kindern als Bereicherung?
Unsere Kinder haben schon früh gelernt, wie man miteinander umgeht.
Das hat ihre Sozialkompetenz enorm gefördert. Wir sind eine lustige
und fröhliche Familie. Und es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich mit den Kindern
unterwegs bin und sagen kann: «Die gehören alle zu mir.»

Worauf müssen Sie als Familie verzichten?
Oft fehlt jedem von uns die Zeit für sich selbst, um Sport zu treiben oder
Musik zu machen. Häufig kommt auch der Schlaf zu kurz. Wenn die Kinder
im Bett sind, erledige ich noch alles, was den ganzen Tag im Haushalt liegen
geblieben ist. Dazu kommt der finanzielle Aspekt: Auf Skiferien oder
Musikstunden müssen wir regelrecht hinsparen.


Familie Caprez aus Zürich
Marc Caprez, 43, ist Mediensprecher. Seine Frau Jeanne Gehrig, 43, arbeitet
50 Prozent als Lehrerin. Zusammen haben sie fünf Kinder: Aljoscha, 15, Vasco,
14, Pablo, 12, Gion, 10, und Anna, 9.



Herr und Frau Caprez, warum haben Sie sich für ein drittes, viertes und fünftes Kind
entschieden?
Ich wollte immer schon viele Kinder haben. Bei meiner Frau kam der Appetit mit dem Essen.
Nach jedem Kind hatte sie Lust auf ein nächstes. Auch die Rahmenbedingungen stimmten:
Wir hatten beide immer einen guten Job sowie Eltern und Praktikantinnen, die uns
unterstützten. Der Zufall wollte es zudem, dass wir 1999 ein grosses Haus in der Stadt
fanden, das genügend Platz für die Grossfamilie bot.

Inwiefern empfinden Sie das Leben mit fünf Kindern als Bereicherung?
Jedes von unseren Kindern ist eine eigenständige Persönlichkeit, und es ist spannend mit
anzusehen, wie sie sich alle unterschiedlich entwickeln. Für uns
ist das Leben ein faszinierendes Abenteuer.

Worauf müssen Sie als Familie verzichten?
Auf Ferien in ferne Länder. Eine Reise mit dem Flugzeug nach Amerika für sieben Personen
mit Mietwagen und drei Hotelzimmern konnten wir uns nie leisten.


Familie van der Elst Brändli aus Zizers
Rachel van der Elst, 35, arbeitet 40 Prozent als Journalistin. Ihr Mann Mathias Brändli, 37,

hat ein 80-Prozent-Pensum als Marketingleiter einer Weiterbildungsschule. Nach Jeroen, 5
und Joalien, 3, erwarten sie im Juni ihr drittes Kind.

Herr und Frau van der Elst Brändli, warum haben Sie sich für ein drittes Kind entschieden?
Für uns war die Kinderplanung eigentlich abgeschlossen. Aber Jeroen hat uns umgestimmt.
Er erzählte einer Freundin, dass er sich unbedingt einen kleinen Bruder wünsche. Er habe
es uns schon so oft gesagt, aber es sei immer noch kein Geschwisterchen unterwegs. Das
hat uns zum Nachdenken gebracht, und wir fanden: Da ist noch Platz für ein weiteres Kind.

Inwiefern wird das dritte Kind das Familienleben bereichern?
Noch mehr Lärm, noch weniger Schlaf, noch mehr Freude. Im Ernst: Das Baby wird hoffentlich
von Anfang an so dazugehören, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie es vorher war.

Worauf werden Sie als Familie verzichten müssen?
Unser Budget wird belastet: Wir mussten uns ein grösseres Auto kaufen, und viele Kindersachen
mussten wir uns neu anschaffen, weil wir alles schon weggegeben hatten. Und sonst hat sich
bei uns eigentlich immer alles im Leben irgendwie ergeben. Wir hoffen, dass das auch beim
dritten Kind so sein wird


Familie Brun aus Eglisau
Kristina Brun, 37, arbeitet 60 Prozent als stellvertretende Abteilungsleiterin an der Universität Zürich.
Ihr Mann Thomas, 51, ist Unternehmensentwickler im Multimediabereich. Sie haben drei Kinder:
Aron, 9, Melvin, 7, und Jil, 4.

Herr und Frau Brun, warum haben Sie sich für ein drittes Kind entschieden?
Als ich nach Melvin schwanger wurde, war das ein kleiner Schock, denn wir hatten bis dahin
nicht über ein weiteres Kind nachgedacht. Doch mit jeder Woche
freuten wir uns mehr. Dann folgte der zweite Schock: Ende des dritten Monats verlor ich das
Kind. Das war schlimm für uns. Aber es machte auch den Weg frei für Jil. Wir spürten, dass wir
noch nicht komplett waren, und entschieden uns nun ganz bewusst für ein Baby.

Inwiefern empfinden Sie das Leben mit drei Kindern als Bereicherung?
Wir fühlen uns nun ausgefüllt in unseren Herzen. Unser Alltag ist das pure Leben. Es ist schön
mit anzusehen, wie sie als Geschwister voneinander profitieren können und den lebendigen
Familienalltag mitgestalten.

Worauf müssen Sie als Familie verzichten?
Uns fehlt manchmal die gemeinsame Zeit als Paar, die durch das dritte Kind noch rarer geworden
ist. Aufwendig ist oft auch die Organisieren, bis alle Kinder versorgt sind, damit wir arbeiten oder
ein gemeinsames Wochenende verbringen können. Es ist schwieriger, drei Kinder unterzubringen
als zwei.