Gästebuch-Einträge

Julia
Juhuu, s'dritte isch bi mir unterwegs. Total spannend vo eu z'lese!

Liebs Grüessli,
Ju...
Dienstag, 11. März 2014
von der Decken Rahel
Wir sind eine Grossfamilie mit 5 Kindern und einem Haufen Haustieren dazu und suchen dringend ein gu...
Samstag, 04. Januar 2014
Manuela Inderbitzin
Hallo zusammen aso ich bin sehr froh das ich die ig3 familie han. Vor 3 jahr isch by eus nanig so s...
Donnerstag, 05. Dezember 2013
 
Bald ohne Bleibe? PDF Drucken E-Mail

Der geplante Tunnel soll den Verkehr entlasten. Doch weil dafür einige Häuser wegmüssen, verlieren Familien ihr Zuhause. Die Stadt verspricht zu helfen, steht aber bei der Familie Bregenzer vor einem grossen Problem.

Manuela Bregenzer ist mit den Nerven am Ende. Die Mutter von acht Kindern fürchtet um ihr Zuhause. Seit fast fünf Jahren lebt die zehnköpfige Familie im kleinen dreistöckigen Häuschen an der Alten Jonastrasse 6, gleich vis-à-vis des Sonnenhofs.



Doch wenn der geplante Tunnel in Rapperswil-Jona kommt, muss die Grossfamilie samt Hund und den vier Katzen raus.

 

Erfahren hat das Manuela Bregenzer nur zufällig, als sie ihren Vermieter vor einem Jahr nach neuen Fenster gegen den starken Strassenlärm fragte. Das lohne sich nicht mehr, sagte dieser, weil das Haus 2015 dem Tunnel weiche. «Ich war geschockt», erinnert sich Bregenzer. Seither suchen die Bregenzers ununterbrochen nach einem neuen Zuhause, ohne Erfolg. Es sei unmöglich, für eine zehnköpfige Familie mit nur einem Einkommen ein ähnliches Haus zu finden, sagt die Mutter. Zwar wäre sie bereit, zum Beispiel in eine 5,5-Zimmer-Wohnung zu ziehen, doch Vermieter wollen nicht so viele Kinder auf engem Raum.

Die Stadt lässt die vom Tunnelbau betroffenen Familien aber nicht einfach im Regen stehen. Stadtpräsident Benedikt Würth spricht seit längerem mit den Eigentümern der Liegenschaften. Für die Mieter werden im Einzelfall Anschlusslösungen gesucht. Natürlich sei eine zehnköpfige Familie ein Sonderfall. Etwas zu finden, sei schwierig, aber machbar, sagt Würth. Schliesslich habe die Stadt einen guten Liegenschaftenbestand. Zuversichtlich ist er auch, weil frühestens 2015 die ersten Gebäude geräumt werden.

Ein Abriss ist endgültig

Neben dem Haus an der Alten Jonastrasse sind auch die Tankstelle Agip, das Restaurant Rössli sowie das Postgebäude und der Güterschuppen beim Bahnhof Rapperswil betroffen. Hinzu kommt je ein Haus an der Knie- und der Rütistrasse. Diese Liegenschaften werden für den Bau des Tunnels aus statischen Gründen abgebrochen. Der Boden wäre nicht mehr stabil genug. Anschliessend kann an den Orten aber wieder gebaut werden. Ob dann etwas Neues entsteht, ist noch offen. Nur an der Fluhstrasse 23 bleibt der Abriss des Gebäudes endgültig. Die Kosten muss der Kanton tragen, denn er ist voll ersatzpflichtig. Mit den Gebäudeeigentümern verhandelt aber die Stadt in Absprache mit dem Kanton.

Von dem Geld, das die Eigentümer erhalten, sieht die Familie Bregenzer nichts. Die ungewisse Zukunft belastet die Grossfamilie. Manuela Bregenzer hofft nun, gemeinsam mit der Stadt ein neues Zuhause in Rapperswil-Jona zu finden. Von hier will sie nicht weg, auch wegen der Kinder. Die beiden ältesten sind 17, das jüngste 2 Jahre alt. Bregenzer will die 5 Mädchen und 3 Jungs nicht aus ihrem Umfeld reissen. Die Ältesten wollen schon zusammen in eine WG ziehen, sagt die Mutter, doch dafür fehle wohl das Geld.

Aus Zürichsee-Zeitung, 17. Februar 2010
von Yannick Nock und Manuela Matt