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Private Kinderbetreuung – nun doch ohne Vater Staat PDF Drucken E-Mail
Tanten, Göttis und Nachbarn können aufatmen: Hüten sie unentgeltlich ein Kind, werden sie auch künftig keine Bewilligung brauchen. Bundesrätin Widmer-Schlumpf krebst zurück.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist bereit, die Verordnung über die ausserfamiliäre Kinderbetreuung abzuschwächen. «Wir sind zu weit gegangen», sagte sie gegenüber der Zeitung «Sonntag», «sogar meine Mutter und meine Schwester waren erstaunt über die vorgeschlagene Regelung». Der Mediensprecher des Justizdepartements EJPD Philippe Piatti bestätigte den Artikel in der Zeitung.

Ursprünglich hatte der Bundesrat vorgesehen, für Personen, welche Kinder über 20 Stunden pro Woche hüten, eine Bewilligungs- und Kurspflicht einzuführen. Dies hätte die Vorschrift ergänzt, wonach Krippen und Kindertagesstätten eine Bewilligung benötigen.

Nachweise nur bei professioneller Betreuung

Nachdem dieser Vorschlag in der Vernehmlassung durchgefallen war, krebst Widmer-Schlumpf nun zurück. Die Justizministerin will dem Bundesrat stattdessen vorschlagen, zwischen privater und geschäftlicher Kinderbetreuung zu unterscheiden.

Sobald Geld fliesst, soll weiterhin eine Bewilligungspflicht nötig sein – zum Beispiel bei Tagesmüttern, die damit Geld verdienen. Bei der privaten Kinderbetreuung soll jedoch diese Vorschrift fallen. «Wir greifen nicht mehr in private Verhältnisse ein», sagte Widmer-Schlumpf, «hütet eine Schwester das Kind ihrer Schwester, kann das auch künftig ohne Bewilligungspflicht stattfinden.»

Wann die Vorlage vom Bundesrat verabschiedet wird, ist noch unklar, wie Mediensprecher Piatti sagte. Das Justizdepartement sei noch immer daran, die Vernehmlassungsantworten auszuwerten. Der Bundesrat entscheidet abschliessend. (raa/sda)