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Während Kaderfrauen ihre Kinderlosigkeit beklagen, können Schweizer Topmanager scheinbar Karriere und Nachwuchs gut vereinbaren. Spitzenmanager haben überdurchschnittlich viele Kinder.

Zunächst eine positive Nachricht für Frauen: Die Zahl weiblicher Führungskräfte hat sich laut Bundesamt für Statistik in den zehn Jahren zwischen 1997 und 2007 von 40'000 auf 80'000 verdoppelt. Auch die Zahl der Frauen auf der obersten Ebene, in der Unternehmensleitung, ist um 20 Prozent gestiegen, von 29'000 auf 35'000.

Doch der Erfolg fordert von den Frauen auch Opfer. Wie das Zürcher Beratungsunternehmen choice ermittelt hat, steigt gleichzeitig auch die Zahl der Managerinnen, deren Beziehungen in die Brüche gehen, und die keinen Partner finden. Ausserdem haben drei Viertel aller Frauen in Führungspositionen 2008 keine Kinder, obwohl der Kinderwunsch besteht.

Kindersegen bei Schweizer Top-Managern

Dass Väter in den Schweizer Teppichetagen mit wenigen Ausnahmen die Regel sind, hat eine Auflistung der Schweizerischen Depeschenagentur SDA ergeben. Häufig haben die Spitzenmanager sogar drei bis vier Kinder. Dies ist deutlich mehr als die Norm, Frauen im gebärfähigen Alter hatten im letzten Jahr hierzulande im Schnitt 1,48 Kinder.

Besonders kinderreich ist der neue Verwaltungsratspräsident der Post, Claude Béglé. Béglé ist mit einer Ärztin verheiratet und hat sechs Kinder. Der 58-jährige ehemalige Entwicklungshelfer mit einem 16-Stunden-Arbeitstag, widmet sich nach eigenen Angaben voll und ganz der Familie, wenn er mal zu Hause ist.

Auf eine fünfköpfige Kinderzahl kann der abtretende Swiss-Chef Christoph Franz (48) blicken. Galenica-Chef Etienne Jornod und Lonza- Chef Stefan Borgas (45) haben je vier Kinder.

Kinderreich ist auch der ehemalige UBS-Chef Marcel Ospel. Aus seinen ersten zwei Ehen hat er vier Kinder und aus der dritten E he mit Adriana Bodmer hat er Zwillinge. Der neue UBS- Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger hat zwei Töchter. Vier Söhne hat der scheidende UBS-Chefökonom Klaus Wellershof (45).

Ebenfalls vier Kinder haben Inficon-CEO Lukas Winkler (46), U- Blox-CEO Thomas Seiler (52) und der Chef der Luzerner Kantonalbank, Bernhard Kobler (52).

Illustere Väterrunde

Die Liste der Spitzenmanager mit drei Kindern ist besonders lang: Es figurieren darauf bekannte Namen wie Novartis-Chef Daniel Vasella (55), Swisscom-Chef Carsten Schloter (45), der Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schild (47), Swiss Life-Verwaltungsratspräsident Bruno Gehrig (1946) und Rolf Dörig (1957) der seit 2008 Delegierter des Swiss Life-Verwaltungsrates ist.

Auch der 64-jährige Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck- Letmathe hat zwei Söhne und eine Tochter. «Es kommt auf die Qualität der Zeit an, die man mit Kindern verbringt, nicht auf die Quantität», sagte Br abeck kürzlich. Er gehe noch heute jedes Jahr mit ihnen zusammen eine Woche Ski fahren. Brabeck argumentiert damit wie die meisten kinderreichen Väter.

Ex-ABB-Chef Fred Kindle, der heute Partner der Beteiligungsgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice ist, hat ebenfalls drei Kinder. Die gleich grosse Kinderschar haben sein Nachfolger bei ABB, Joseph Hogan, sowie Peter Smits (1951), Chef von ABB Deutschland und verantwortlich für die Region Zentraleuropa.

Es fehlt nicht an Nachwuchs

Ebenfalls drei Kinder haben Walter Fust und Mobiliar-CEO Urs Berger. Mobiliar-Verwaltungsratspräsident Albert Lauper hat zwei Kinder. Ivo Furrer (1957), Länderverantwortlicher Schweiz bei Swiss Life, hat zwei Kinder.

Der 68-jährige Hans-Ulrich Doerig, der designierte Nachfolger von Walter Kielholz an der Spitze der Credit Suisse, hat zwei Kinder. CS- CEO Brady Dougan hat ebenfalls zwei Kinder. Elmar Schnee (49), Chef von Merck-Serono und Geschäftsleitungsmitglied der Merck-Gruppe, hat auch zwei Kinder.

Auch den Chefs von Coop und Migros fehlt es nicht an Nachwuchs: Der 56-jährige Migros-Chef Herbert Bolliger hat einen Sohn und eine Tochter. Coop-Chef Hansueli Loosli und Verwaltungsratspräsident Anton Felder haben je zwei Kinder. (bru/sda)


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